Mittwoch, 1. Juni 2011

Drogen als Mittel - nicht als Sucht

Was bedeuten eigentlich Drogen? Es mag vielleicht verwundern, warum sich das hiesige Texten bisher wenig um eine Theorie der Drogen gekümmert hat: auch mich! Keine Angst: Es wird hier nicht gefaselt und geschwülstet, sondern der eigene Zustand objektiv beleuchtet. ;)

In 90% der Fälle, in denen ich hier schreibe, bin ich betrunken; in den anderen Fällen krank. Heute bin ich beides. Dies hat nun zufällig zu der erhellenden Erfahrung geführt, wie wenig mir der Rausch und der unklare Zustand an sich bedeutet. Den ganzen Tag liege ich im Bett, bin im Kopf wie betäubt und finde daran nicht den geringsten Gefallen. Es ist dieser Zustand des Schicksalhaften, des einer Lebenssituationausgeliefert seins, der mich zutiefst frustriert - und ich weiß mich damit nicht allein: Wer mag es schon, gezwungen zu werden

Ich glaube, die Darstellung der Drogen als "Betäubung" ist zumindest in dem wohlstandsfetten Teil dieser Welt überholt. Die Darstellung der Drogeneinnahme als kurzen Auschnitt des Vergessens aus dem Normalen wird dem Phänomen nicht mehr gerecht. Früher, wo es noch Schmerzen bei der körperlichen Arbeit gab (ja sie gibt es immer noch... ich versuche nur den Wandel als Tendenz zu beschreiben), hatten die Drogen den Effekt des Überbrückens bis zu erneuten abhängigen Pflichten. Heute nutzen sie viele, um ihren Alltag aus der Bahn zu werfen, sich dem Schicksal zu entziehen. Es ist das Gefühl, den Fortlauf der Dinge beeinflussen zu können, eine Medizin gegen die stabile Zeit.

Für mich gehören Rausch und Vergessen in gewisser Weise eigentlich zusammen. Der 'Rausch' als Konstrukt einer körperlichen Reaktion, die Einen neuen Nötigkeiten unterwirft, der Einen auch gegen seinen Willen fortführt. Es ist - in der freudschen Topologie - ein Abtauchen, der Affekt, der tierische Instinkt. Ich glaube jedoch, dass in unserer Zeit der Umgang mit Drogen so bewusst geworden ist, dass von einer solchen Passivität nicht mehr die Rede sein kann. Der Einsatz wird genau geplant (besonders bei chemischen Drogen), das Erlebnis bewusst erwartet, der Rausch als Pathos vorangetrieben. Dieser aktive Umgang spottet jeder Willenlosigkeit: er ist extrem psychedelisch und verkopft und sicher kein Vergessen.

Nur um dies zu klären: ich nehme seit je her keine chemischen Drogen. Habe ich nie gemacht. War hier aber nie außen vor oder weit weg von den Partys, die so befeiert wurden. Auch ich nutze in diesem Blog den Rausch eher bewusst - treibe ich doch Themen voran. Das Vergessen ist also nicht Sinn der Übung. Natürlich gibt es weiterhin die Bereiche, in denen die schnelle Betäubung - mit dem Szenenbild einer festgefahrenen dörflichen Struktur ohne alternative menschliche Konstellationen - im Vordergrund stehen. Wenn die Dorfschönheit unerreichbar bleibt, wenn der eigene Arbeitsmarkt keine häufigen Firmen- und Orts-Wechsel vorsieht, wenn die Familie Wunschpersönlichkeiten wir Weihnachtsförmchen sticht. Es gibt diesen Frust ohne Ausweg, der nur das Vergessen hat. Für viele trifft jedoch der Begriff des Betäubungsmittels und die Idee der Abhängigkeit und Sucht, die einen zu einem willenlosen Spielball des Drogenteufels macht, nicht mehr zu.

Sie schubsen sich selbst aus der Laufbahn, weil ihnen das Stadion, in dem sie im Kreis laufen, nicht mehr gefällt. Ob dies vorpubertäre Jugendliche tatsächlich nötig haben, wage ich offen zu bezweifeln. Jeder Trend ist Scheiße. Das sollte man ihnen auf jeden Fall auch im Sinne der staatsbürgerlichen Bildung unabhängig von der Drogenthematik beibringen... mehr kann man wohl leider nicht machen.

Zeit:  noch vor 12! uiuiui, nicht schlecht!
Zustand:  Nase zu, Kopfschmerzen weg, dafür schön Bier im Kopf
Anlass: Wie schlimm wäre die Welt mit 7 Tagen Alltag.

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