Dienstag, 22. November 2011

Netzelitenschelte

Es gibt Themen, die kommen im Netzwerk-Web immer wieder auf. Zum Beispiel die Vernetzungsungerechtigkeit. Man schimpft immer und immer wieder auf die Mächtigen, die mächtig sind, weil.. man weiß es nicht: das ist ja meist das Problem! Dies hindert natürlich niemanden daran, Hypothesen aufzustellen. Es finden sich immer wieder selbsternannte Aufrechte, die als Haderer anprangern, dass andere besser vernetzt sind, ohne dies angeblich in unserer Leistungsgesellschaft verdient zu haben. Da wird jeder Posertweet der Großen zum Affront gegen den einfachen Arbeiter in den Ghettos der Netzwerkgesellschaft. Skandal!

Es gibt jedoch genauso viele bereits gelangweilte Teilnehmer der Netze. Sie haben all dies selbst durchgemacht, kennen den Ausgang, kennen die Fallstricke, den frustrierten Elan, der sich in Blogposts manifestiert, die man selbst bei gestandenen Erwachsenen wieder freundlich als "Jugendsünde" werten muss. Schon lustig, wie der Schulhof des Lebens wieder die Versetzung gefährdet.

Für die wahre Polemik war natürlich immer schon Gonzo persönlich zuständig, Ihr Herab-Lassies. Dass ich bei dem letzten Fartstorm nicht vorher gefragt wurde, zeugt von naivem Größenwahn. Die Polemik-Zeugungsfähigkeit an sich ist nämlich kein Kinderspiel. Aus Asympathie bin ich nun sogar gezwungen, weder die Blindgänger im Netzwerkbusiness noch die Großen, Selbstbild 'Kakalaken-Herrchen', zu unterstützen. Vielen Dank auch! Verdirbt einem ja fast den Spaß an der Sache...

Deshalb an beide Seiten einfach ein zwei rhetorische Tipps:

1. Einfach vorher Gonzo fragen. Sonst werdet ihr nie erfahren, was wahrer Größenwahn ist.

2. Die Eröffnung einer Polemik beinhaltet entweder bereits eine frontale Beleidigung, die Maßstäbe setzt, ihr Menschenflenner, oder eine Schmeichelei, die der moralischen Ungeheuerlichkeit erst den Boden bereitet - wie der hiesige unelitäre aber lebenskluge Kreis meiner Leser natürlich bereits vermutet hat.

3. Du bist schuld. Nur wer seine Fehler vorweg nimmt kann ihren Neuigkeitswert zerstören und moralische Autorität aufbauen. Das hätte ich euch vielleicht eher erklären müssen. Leider war ich bei der Twitter-Eliten-Diskussion nicht zu richtigen Zeit am richtigen Ort. Dafür entschuldige ich mich bei allen, die mich schmerzlich vermisst haben, besonders jedoch bei Dir, geneigter Leser.

4. Die Wahrheit mag noch so wahr sein: wenn Du niemandem aus dem Herzen sprichst, bleibst du allein. Beleidige also nicht die Gleichgesinnten in einem Rundumschlag. Denn es gibt viele liebenswerte Verrückte da draußen, die nicht die Anerkennung bekommen, die sie nach ihrer langen, harten Arbeit längst verdient hätten.

5. Besetze die Zukunft. Denn nur, wenn jeder über die Welt nachdenkt, wie sie sein sollte, werden wir eine Welt mit Eskalationsrecht für alle schaffen - ob groß oder klein.

6. Kampfeslust. Denn wer glaubt, jeder könne spät nachts betrunken ein Posting über Rhetorik verfassen, kommt leider oft nicht über die Flirttipp-Recherche in seiner Porno-Community hinaus. Und falls doch, so holt er sich auf dem erstbesten Wikipedia-Artikel einen runter und nennt dies Wissenschaft.

7. Siehe Punkt 1.

Ich hoffe, ich konnte Euch - biermüde wie ich bin - noch etwas brauchbare Weisheit abzweigen. Eigentlich schlafe ich schon (bzw. denke im Traum).

Zeit: nach dem Fartrant ist vor dem Shitstorm.
Zustand: biermüde Überwindung
Anlass: Da schimpft jemand auf die Elite und hat mein Handwerk nicht gelernt.

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Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen kritischen Leser in der Auseinandersetzung 'back to their own track' zu kommen. Man beachte hierbei, dass der Kontrollverlust Teil des hiesiegen Konzepts ist. Wir geben uns also zwangsläufig viel Mühe, Kommentare zu provozieren: so hat möglicherweise jeder was von den Drogen! Welcome!

Copyright

Auch wenn es mir widerstrebt, die Nutzung von Wortfolgen durch eine Lizenz zu beschränken, muss ich dies notgedrungen tun. Anlass hierfür ist der Contentklau eines kommerziellen Anbieters, der Ergebnisse des Googlebots als Postings auf seinem Blog ohne Rücksicht auf bestehende Lizenzen veröffentlicht und diese auch noch selber unter cc (by-nc-nd)-Lizenz stellt. Alle Text-Inhalte dieser Seite stehen somit ab sofort und rückwirkend unter creative commons (by-nc-sa).

Als Quelle ist immer "drunken news" zu nennen.

Glücklicherweise war das Weblog, das diesem Verfahren ausgesetzt war, bereits mit einer cc-Lizenz ausgestattet.

Das automatisierte Verfahren des oben genannten Anbieters funktioniert wie folgt: Er ruft aktuelle Sucheingaben bei Google ab (im Falle dieses Blogs z.B. "drunken news"), crawlt den Content des ersten Inhalts/Postings, veröffentlicht diesen auf seiner Seite in quasi-zitierter Form, behauptet, der Content wäre von dem jeweiligen Blogger (mit Namensnennung) auf seiner Seite geschrieben worden, verlinkt den Suchbegriff auf seiner Hauptseite mit dem geklauten Inhalt in seiner Seite. Da seine Seite SE-optimiert ist, werden besonders bei kleineren Blogs seine geklauten Inhalte höher gerankt und führen somit zu Fehlclicks auf die falsche Homepage.