Montag, 2. Mai 2011

Europa denkt an sich - Rechtsrücken ohne Einschreiten

Sitze übelst verkatert vor dem Rechner und weiß wie meistens nicht so genau, wo die Reise in Textform hingeht. Da die europäische Welt mal wieder auf die hässlichsten Reste ihrer dämonischen Vergangenheit schaut (der Hässliche und sein Flittchen dürfen heiraten), darf zumindest die Aufforderung zum Monarchenmord erwartet werden.

Die Monarchie ist natürlich nicht hässlich: Sie ist pompös und luxuriös und besitzt Fernsehsender. Sie ist auch nur ein kleiner Dämon jedoch ein sehr symbolischer. Sie steht für den Preis, den der europäische Mensch fast schon in Form eines leviathanischen Gesellschaftsvertrages bereit ist zu zahlen: Die Dummheit und verwesende Seele der Nation ihrer Vorfahren zu retten indem man die Reste verklärt und konserviert und durch professionelle Mediagogie versiert serviert. Man ordnet sich unter unter die Geschichte, deren Leviathanen-Haupt in der Vergangenheit keine Gruft gefunden hat.

Die Unterordnung unter ein historisches National-Ganzes - das die verblödeten Engländer spezifisch mit ihrer Empire-Wehmut und Hierarchie-Sehnsucht betreiben -  ist kein Einzelphänomen in Europa. Der Nationalismus greift als Bollwerk gegen die beunruhigenden Herausforderungen der entgrenzten Moderne um sich. Um es mal zuzuspitzen:

Die Niederländer sind hässliche Menschenhasser (besonders Moslems) und absurde Nationalkonstrukeure; den Italienern bleibt nur noch der Nationalismus und ein komischer Mörderkult (Katholiken) um sich von Familienbanden und Outlaw-Rudeln in der mongolischen Steppe zu unterscheiden; die Ungarn wählen SA-Verharmloser, Zensur-Optimisten, Roma-Hetzer und schreiben Patriotismuspflicht in ihre Verfassung; die Franzosen wollen nach ein Paar Flüchtligen aus Italien den Schengenraum abschaffen, werden wieder eine Hetzer-Person mit Namen Le Pen wählen, greifen wie sie lustig sind in der Elfenbeinküste und dem Maghreb (Nord-West-Afrika) ein, um die alte große Nation als Halt zu gewinnen; die Finnen wollen nur noch Finnen sein; die Österreicher bauen korrupten Rechtspopulisten und Lokalchauvinisten (Haider) kurz nach ihrem Tod Museen; die Polen begraben symbolisch Menschen mit Egoproblemen (Kaschilinskii) neben ihren Königen; In Prag schloss sich einst ein verbitterter alter Mann (Klaus) in einer Burg ein, um Tschechien vor Einfluss aus dem verfeindeten Europa zu retten; In Dänemark wird immer schon relativ ausländerfeindlich gewählt (mit einer solchen Karriere wird man übrigens Nato-Generalsekretär: ein weiterer Hinweis); die Iren waren so uninformiert über das Europa, das jahrelang ihr Steuerparadies ermöglichte, dass sie beinahe ein unglaublich schwer erarbeitetes Kompromisspapier zur neuen Entscheidungsroutinen in Europa zu Fall brachten (auch jetzt nehmen sie unser Geld und schimpfen trotzdem auf alle anderen); In Belgien ist der Chavinismus so weit fortgeschritten, dass reiche, fette Flamen nicht mal mehr mit ihren Nachbarn Französisch sprechen wollen; das lokalnatinoalistische bayerische Pack glaubt immer noch, dass sie nur ihre Bergbauergene brauchen (dass der Freistaat von einem Kommunisten gegründet wurde, scheint in Vergessenheit geraten); die Spanier beten noch immer ihren König an, da der seinem Freund Franco bei einer Flasche Wein zufällig ins Gewissen geredet hat; den Griechen und Portugisen bleibt nur noch der Stolz auf irgendeine Vergangenheit, da (zumindest den Griechen) die Zukunft relativ egal war; die Schweiz wählt sich selbst über Feindbilder auf Wahlplakaten; auch die Slowenen wählen rechts; mehr weiß ich nicht.

Was genau sagen uns diese Hinweise? Die Menschen werden wieder Menschen zu ihren Führern wählen, die nichts lösen außer ihre Egoprobleme. Leider funktioniert Chauvinismus nicht für alle und schon gar nicht in einer so offenen Welt wie Europa. Wer ein mal einem Sporttunier mit nationalen Vertretern beigewohnt hat, weiß: Es gibt Mannschaften, die glauben tatsächlich, sie seien die Besten - allein durch ihre "Abstammung" von einer Nation.

Eine kriegerische Austragung dieses Widerspruchs nach außen (gegen andere Länder) steht zwar glaube ich nicht unmittelbar bevor; ich habe aber die Sorge, dass wir uns nicht in die innere Austragung dieser verunsicherten, ungebildeten, nach neuer Würde und Stolz strebenden Nationalmenschen einmischen. Dass die Ungarn eine Ratspräsidentschaft innehaben, ist so unpolitisch, dass sich Rassisten, Christusverehrer, Kulturgleichschalter und Prügeltruppaufsteller inzwischen auf dem europäischen, diplomatischen Parkett etabliert haben. Heißt Demokratie, dass wir gefährlichen Menschen in unseren Nachbarländern freie Hand gewähren sollten? Haben wir denn gar nichts gelernt?

Und ich erwähne es immer wieder gerne: Wir haben bereits Italien verloren; wir müssen wenigstens um die verbliebenen Länder noch kämpfen!

Ach ja! Fast den Aufruf zum Monarchenmord vergessen: Kill the Royals und bomb 'em back in the century where they belong!

Zeit:
erster Mai vorbei
Zustand: Puh.. Schon morgens Bier getrunken.
Anlass: Ungarn und Inselaffen

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