Sonntag, 11. September 2011

Formen zum Diktat

Darf Trunkenheit nicht verstreichen lassen. Muss schreiben, sprach ich müde in mein Diktierblog. Ich liebte diesen Stil, der Wörter wieder zu gesprochener Sprache machte. Überhaupt forme ich meine mediale Umwelt wie einen Schwamm, der den Strom des plötzlich Gedachten aufsaugt. Die Truman Show meines Alltags, für die rein logisch niemals jemand die Zeit haben würde, sie komplett zu sehen.

Wenn etwas, was wir tun oder produzieren, irgendwen erreichen soll, muss es ein Päckchen sein. Es darf nicht genauso lang sein wie unser Leben. Es muss ein "zeitliches" Päckchen sein - im Sinne der Zeit, die wir für den Konsum brauchen. Wir sind also ewig zu Ausschnitt oder Abstraktion gebunden, um uns selbst kommunizieren zu können. Das Problem, dass wir mit den Zeichen dieser Welt kommunizieren müssen, ist also nicht nur ein Verstehensproblem (Wir können nie sicher sein, dass wir wirklich verstanden haben, was gemeint war), sondern ein Problem der nur kurz verfügbaren Aufmerksamkeitsspannen bei jedem Gegenüber.

Den Zeitaspekt (Ausschnitt) vernachlässige ich gerade etwas und konzentriere mich auf die Form. Ich habe im Moment ca. 10 Schwämme im Netz ausgelegt, die meine Ströme in eine Form gießen. Wie ein Rekorder nehmen sie meine Gedanken auf. Die Formung ist für mich wie eine Medienübung. Genauso, wie irgendjemand auf die Zahl 140 gekommen ist, habe ich meine Kanäle mit eigenen Text-Zwängen. In diesem Blog schreibe ich z.B. nur betrunken.

Das einzige Problem ist meine Zeit: Mein Formen darf nicht mehr Zeit in Anspruch nehmen als ich lebe. Da kann es auch mal zu gesprochener Sprache kommen... entspannend. angenehm. Prost und gute Nacht.

Zeit: zur Zeit wurde alles gesagt.
Zustand: Bier-Zombie, der sein eigenen Gehirn will ("Muss schreiben")
Anlass: Mehr Ideen als Zeit. Weniger Aufmerksamkeit als Ideen.

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Copyright

Auch wenn es mir widerstrebt, die Nutzung von Wortfolgen durch eine Lizenz zu beschränken, muss ich dies notgedrungen tun. Anlass hierfür ist der Contentklau eines kommerziellen Anbieters, der Ergebnisse des Googlebots als Postings auf seinem Blog ohne Rücksicht auf bestehende Lizenzen veröffentlicht und diese auch noch selber unter cc (by-nc-nd)-Lizenz stellt. Alle Text-Inhalte dieser Seite stehen somit ab sofort und rückwirkend unter creative commons (by-nc-sa).

Als Quelle ist immer "drunken news" zu nennen.

Glücklicherweise war das Weblog, das diesem Verfahren ausgesetzt war, bereits mit einer cc-Lizenz ausgestattet.

Das automatisierte Verfahren des oben genannten Anbieters funktioniert wie folgt: Er ruft aktuelle Sucheingaben bei Google ab (im Falle dieses Blogs z.B. "drunken news"), crawlt den Content des ersten Inhalts/Postings, veröffentlicht diesen auf seiner Seite in quasi-zitierter Form, behauptet, der Content wäre von dem jeweiligen Blogger (mit Namensnennung) auf seiner Seite geschrieben worden, verlinkt den Suchbegriff auf seiner Hauptseite mit dem geklauten Inhalt in seiner Seite. Da seine Seite SE-optimiert ist, werden besonders bei kleineren Blogs seine geklauten Inhalte höher gerankt und führen somit zu Fehlclicks auf die falsche Homepage.