Mittwoch, 27. Juli 2011

Was ist Kunst?

Da ich auf Drunken News gerade schon mal auf dem Kunsttrip bin: eine kleine Erörterung zur Kunst an sich: ja ich kann das. Locker. Dort wo andere schon an dem Wort Geschmack halt machen, lege ich leicht angetrunken meine Hand ins Feuer der Definitionen. Was ist Kunst?

Vorab: Hört mir auf mit den Griechen, Römern und den 'artes liberales' oder gar den 4 bildenen Künsten. Nur wer sich seiner Logik unsicher ist, braucht Etymologie und Vorgänger für einen Text über Kunst. Ich kann auch ohne Quellen klugscheißen... bzw. sehe dies als die hiesige Kunst :) Get drunk!

Kunst ist alles. Sie ist Experiment, Handwerk und Philosophie. Sie versucht etwas in dieser Welt zu machen, das diese Aspekte irgendwie behandelt, verbindet und erweitert. Hierbei können diese Aspekte extrem unterschiedlich gewichtet werden. Auch sind diese Aspekte im Sinne des Nachvollzugs sehr ambivalent: Das Experiment kann sich auch auf den Betrachter und nicht auf Material, Ordnungen und Verfahren beziehen. Die Arbeit von Künstlern kann erst von dem Publikum Handwerk und Interaktion verlangen. Philosophien können sich in Werken manifestieren oder durch diese nur herausgefordert werden. 

Kunst ist Erfahrung, die mit der Herstellung, Aufführung und Wiederholung kokettiert. Kunst ist in dieser Hinsicht Empirie (Erfahrbarkeit). Hierzu muss sie annehmen, dass man Neues in und über diese Welt erfahren kann. Dieses "Neue" muss das Werk als Geste beinhalten. Jede wissenschaftliche Arbeit ist Kunst. Jedes neue Denken und Handeln ist Kunst. Jeder Mensch kann Kunst sein. (er ist es nicht per se, wie uns Seelentheorien und Genetik weismachen wollen: er muss es werden)

Was mich als betrunkenen Philosophen natürlich nervt, ist das "Ordinäre", "Ursprüngliche" mit dem so mancher Künstler regelmäßig seine mangelnde Auseinandersetzung mit der Philosophie entschuldigt. Besonders auf Kunsthochschulen ist dieses oft zu beobachten. Man will sich pur und rüde, wild und undomestiziert und hat Angst vor Zusammenarbeit außerhalb der Clique/ Klasse. Jeder Minderwertigkeitskomplex ist wohl eigentlich ein Genie, das niemanden braucht. :) Alles etwas langweilig. Ich kann es jedoch nachvollziehen, dass man sich im Sinne der 'Erfahrung' zunächst nicht auf ausgetretene Pfade begeben möchte. Es ist tatsächlich ein Irrweg der akademischen Philosophie, mit Autoritäten/Autoren zu hantieren und jeden Zugang neuer Denker mit der Hürde/ Aura des Abgeschlossenen abzuwürgen. 

Die Kunst ist hier in der Tat ein Gegengewicht, da sie neue Erfahrungen immer erlaubt. Eine Lehrer-Schüler Situation mit behutsamer Philosophievermittlung kann jedoch nicht schaden. Womit wir wieder bei den Griechen und Römern angekommen werden. :)

Kunst existiert auch ohne Publikum und im Stillen. Sie kann allein die innere Herstellung eines Vorher-Nachher sein oder aber in unsere Zeit voller äußerer Veränderung die Herstellung einer Kontinuität. Kunst ist Handeln. Kunst ist eine Intervention, die etwas herstellt.

Seid ihr Kunst? Betreibt ihr noch künstlerische Forschung in dieser Welt?

Es grüßt der Gonzo!

Zeit: Zwischen Vorher und Nachher
Zustand: Experimentelle Weisheit
Anlass: Erfahrungen zum Wissen

Kommentare:

  1. Vielleicht ist Kunst manchmal auch einfach nur das, was entsteht, wenn man gar nicht bemüht ist, künstlerisch zu sein, sondern einfach nur ehrlich.
    Innen nach außen.
    Und so. :)

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  2. Wenn in diesem 'innen nach außen' eine Übersetzung oder eine TransFormation stattfindet, kann ich Dir darin folgen. Und das tut es ja zwangsläufig. Dass auch 'Kontinuität' eine Kunst sein kann und heutzutage "Arbeit" und "Intervention" verlangt, habe ich ja schon mitgedacht.

    Gegen das reine, pure, beiläufige, affektgeleitete Sein als Kunst wehre ich mich aber ein bisschen. Außer es ist als Geste zu verstehen und hat mit den Aspekten Herstellung (Handwerk), Experiment (Wissenschaft) und Denk-Perspektive (Philosophie) zu tun. Selbst die Performance-Kunst bleibt eine Geste mit diesen Aspekten.

    Aber ich glaube, ich weiß, was du meinst: Manchmal kann dieses 'ehrlich' und von 'innen nach außen' alltäglichen, dauerhaften Aufwand gegen eine Welt bedeuten, die einem anderes nahelegt. Dies ist in dieser Situation natürlich auch eine "Intervention"... eine normative Geste halt. Auch im Stillen.

    Alles zu belassen, wie es ist und nirgendwo hin zu wollen, wäre jedoch nicht sehr künstlerisch, wenn man Kunst wie ich als Handeln definiert... :) ein bisschen utopische Lust beim Formen dieser Welt und ihrer Erfahrungen muss sein!

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Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen kritischen Leser in der Auseinandersetzung 'back to their own track' zu kommen. Man beachte hierbei, dass der Kontrollverlust Teil des hiesiegen Konzepts ist. Wir geben uns also zwangsläufig viel Mühe, Kommentare zu provozieren: so hat möglicherweise jeder was von den Drogen! Welcome!

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Als Quelle ist immer "drunken news" zu nennen.

Glücklicherweise war das Weblog, das diesem Verfahren ausgesetzt war, bereits mit einer cc-Lizenz ausgestattet.

Das automatisierte Verfahren des oben genannten Anbieters funktioniert wie folgt: Er ruft aktuelle Sucheingaben bei Google ab (im Falle dieses Blogs z.B. "drunken news"), crawlt den Content des ersten Inhalts/Postings, veröffentlicht diesen auf seiner Seite in quasi-zitierter Form, behauptet, der Content wäre von dem jeweiligen Blogger (mit Namensnennung) auf seiner Seite geschrieben worden, verlinkt den Suchbegriff auf seiner Hauptseite mit dem geklauten Inhalt in seiner Seite. Da seine Seite SE-optimiert ist, werden besonders bei kleineren Blogs seine geklauten Inhalte höher gerankt und führen somit zu Fehlclicks auf die falsche Homepage.