Dienstag, 23. November 2010

Ist der Papst ein Philosoph?

Intellektuelle Häppchen zu verkaufen, ist wirklich ein hartes Geschäft - außer man ist Papst und akzeptiert finally die Existenz von Gummistrümpfen in dieser Welt. Ist unser kleiner Petrusini tatsächlich der enizige Philosoph auf Erden - so wie es die Katholiken glauben? Wo ist der Unterschied zwischen Führer und Hirte?

Es gibt keinen: Fanatiker, denen ein mediales Forum geboten wird, um ihren Glauben an ein absolutes Wahr und Falsch zu verbreiten.. wo liegt da der Unterscheid? Beide sind antimodern. Beide pflegen eine Ideologie, die auf Kosten anderer, auf Exklusion gegründet ist und eine geordnete Welt vorgaukelt, wenn man den Führern nur folgt. Die Legitimation der Hirten und Führer ist pseudodemokratisch und letztlich ein monarchistisches Top-Down-Konzept der Herrschaft und ihr vornehmliches Ziel ist immer Macht.

Natürlich braucht man Macht zur Gestaltung dieser Welt. Der Führer an sich braucht jedoch auch Hörige und ist damit anti-intellektuell und anti-aufklärerisch. Sein Menschenbild ist effektiv hierarchisch im Sinne der Ideologie. Wer nicht folgt, wer nicht aufschaut, ist dumm und zurückgeblieben. Wie kann es sein, dass so etwas geschichtlich überholtes wie Nationalismus, Rassenideologie, Religionsfaschismus und unreflektierte Ideologiehörigkeit als modern dargestellt werden kann, als zukunftsweisend in naiven Köpfen etabliert wird? Wer hat dem Menschen das freie Denken vermiest? Woher kommt der Wunsch nach Mittelalter?

Keine Idee kommt aus dem Nichts. Wir sind in Europa intellektuell nur weiter gekommen, weil wir einst in der Scholastik die Griechen und Römer mit ihrem Denken, ihrem Wissensdrang, ihren Schriften wieder ernst genommen haben. Die Text-Exegese wich dann irgendwann dem eigenen Experiment, dem erfahrbaren Wissen (ich sage bewusst nicht Empirie, da der Begriff totgezählt ist), um dann in technokratischen Phantasien einer steuerbaren Welt zu münden, auf denen auch unsere heutigen Demokratien noch aufbauen. Aufklärung und später Romantik und Menschenrechte etablierten dann den Menschen als Maßstab für diese Welt und besonders die Aufklärung kannte noch einen schönen Begriff der 'Ideologie' als etwas progressives, als einer Ideenlogik folgend, die auf die Zukunft und Überwindung düsteren Nichtdenkens der Menschen gerichtet war.

Was dieser historische Abriss sagen soll: Besseres Denken bedeutet Arbeit. Das Führer- und Hirtenprinzip ist eine Ideologie, in der das Denken keine Arbeit mehr bedeutet.

Ich glaube zwar, dass der Papst im Grunde seines menschlichen Herzens etwas Gutes für diese Welt will. Er glaubt jedoch weiterhin, dass die Macht der Kirche der Schlüssel hierfür ist, und dass seine ideologische Hybris alle Philosophie und jedes selbstständige Denken ersetzen sollte, muss und wird. Wer unterhält sich mit einer solchen Person? Wer maßt sich an so etwas "Dialog" zu nennen? Wer folgt einem Arschloch? Die denkfaulen Menschen dieser Welt..

PS.: Dass Peter Seewald sein Interview mit Arschloch/ Papst auch noch den Titel "Licht der Welt" gibt, ist natürlich eine Frechheit: Das Licht in dieser Welt ist natürlich wieterhin die Aufklärung (englisch: enlightment, französisch: lumières)

Zeit: nach der Weltordnung
Zustand: Kneipenrauch und Thekenbier im Schädel
Anlass: Der Papst hält sich für einen Intellektuellen und wir hören auch noch zu

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