Montag, 1. November 2010

Unabhängigkeit, Anspruch und Kommunikation - Zombis übernehmen diese Welt

Die Unabhängigkeit ist ein spannendes Moment im menschlichem Dasein. Es wird in diesem Blog hierzu definitiv eine Serie von Texten geben. Sie ist das Unwünschenswerte einer sozial idealisierten Welt und gleichzeit der Begriff der am meisten im Mund geführt wird, würde man Passanten befragen. Und sie bringt auch sehr sehr hässliche Menschen hervor..

Pseudo-Dialoge,
sich Kälte erlauben,
Das Kalkül in den Vordergrund stellen,
Höflichkeit als Smalltalk zynisieren, das Nette vor den Kopf stoßen,
Menschlichkeit nicht mehr kennen nicht mehr vertrauen können,
die Welt als entäuschendes Konsumangebot konzipieren,
alle Menschen reifizieren, als dumme Dinge vorverurteilen,
dies als Schlagfertigkeit überhöhen,
eine Schickimicki-Clique gründen,
als Flucht die Ansprüche immer wieder im Sinne der Annehmlichkeit und des Luxus erhöhen,
nur noch reiche, perfekte Menschen ficken wollen,
Stil mit Geld verwechseln,
weiter in den Kreislauf des kalten Ichs investieren,
durch schrumpfende Freundeskreise und wachsende Bekanntenkreise immer mehr in eine Rolle gezwungen sein, die herablassend und unabhängig diese Welt erlebt, Härte als Schicksal sieht,
immer schwerer Alternativen vorstellen können, da die Meßlatte, der Stolz längst eine Limbostange aus Geld und Status geworden ist, die man nur trunken und von Sinnen unterschreiten darf.. oder wenn niemand guckt,
und gleichzeitig jedem Tratsch jeder Tatsache hinterher sein, die anderen Stolz abspricht oder einen karrierelosen Anspruch bei Bekannten und Freunden offenbart,
Unsicherheit um jeden Preis leugnen und gleichzeitig Experte für Schwächen anderer sein. Ist das der Preis der Unabhängigkeit? Hat diese nichtmenschliche Zombi-Mischung aus verkommenen Ansprüchen und verletzender Kommunikation ein Zukunft? Sind wir alle amerikanische Bitches?

Umgeben von Objektivität, Rationalität, einer Welt des blickenden Urteils ohne Nachsicht gefüllt mit Vorsicht vor sozialem Abstieg, gewappnet mit allen oberflächlichen Waffen dieser Welt, um Stellungen zu halten, das 'Ich' als Position zu verteidigen, in seiner Höhle mit hohlem Sinn zu erstarren, gebunden an die Warenwelt mit Attraktionen, in denen man sich selbst als Angebot für die Partnerwahl oder Karriere verortet... es gibt diese Welt in kranken Köpfen und sie infizieren auch die Menschen, die wir kennen.

Ich persönlich überrasche solche Menschen gerne, indem ich ihnen menschlich, philosophisch, weltmännisch, visionär und kenntnisreich überlegen bin. Die kleinen Möchtegern-Adeligen, die auf ihre Abstammung vom Gelde setzen, reagieren auf Herausforderungen meist mit Kleidungskritik und anderen Distinktionssicherheiten und verschwinden schnell wieder verächtlich in ihrem Milieu. Denn Sie merken meist, dass ihre Schlagfertigkeit jemanden überraschen, verletzen muss, um wirklich zu wirken und räumen das Feld. Sie können nicht gewinnen.

Wohlhabende Männchen in diesen Gruppen interessieren mich als Hetero natürlich nur am Rande. Frauen setzen meist ihre gepflegte Erscheinung, ihre visuelle Nähe zu Männerträumen mit Reichtum gleich und sind doch arm und nicht frei: im Gegenteil! Frauen aus solchen monetären Dorfgemeinschaften sind noch schwerer zu erreichen, stabilisieren sich in ihrer Krankheit. Sie haben den Pfad der Inspiration - so sie kein Konsumgut betreffen - längst verlassen und suchen bei Menschenbewertung nach visuellen Merkmalen und Codes. Personen, die dort nicht ins Schema passen, werden mit professioneller Kälte verdrängt oder verletzt. Ich nenne es "visuelle Verblödung" oder "Guckmenschen": Ihr Zombi-Dasein wird gesellschaftlich akzeptiert und in Bildern unserer Medien als normal etabliert. Niemand hilft diesen armen Dingern.

Es gibt hier keinen funktionierenden Dreier-Kreis mehr. Der 'Anspruch' dominiert und tötet - im Sinne der Personen-Kreise, in denen man feststeckt und dem Geld bzw. Konsum-Anspruch - die 'Unabhängigkeit'; der 'Anspruch' tötet in seiner blasierten, ausschließenden Form die 'Kommunikation' mit der Welt.

Diese spezielle Dreierbeziehung aus Anspruch, Unabhängigkeit und Kommunikation sagt viel über den Einweg von Menschen aus. Die hässlichen Fratzen einer Schickimicki-Szene - die sich meiner Meinung nach in letzter Zeit verstärkt und wächst - hat von diesem Gefüge irgendwie keine Ahnung. Besonders der Weg hübscher Frauen ist in dieser Welt, die ich oben beschrieben habe, so un-unabhängig und vorhersehbar, owohl sie genau das Gegenteil versuchen: Doch Sie suchen den Adel und können sich von diesem Drang nur sehr sehr selten befreien.

Diese Menschen brauchen Schocks, um aufzuwachen; sie brauchen das Unwahrscheinliche, dass jemand das Milieu nicht braucht, um jemand zu sein, dass Weisheit nichts mit Abstammung zu tun hat, dass visueller Faschismus keine Konzentrationshilfe ist, sondern nur das Störende auslagert, das die Vielfältigkeit dieser Welt erst unabhängig von der arisch-elitären Anspruchsspirale macht, in der sie elendig gefangen sind. Welchen Anspruch kultiviert ihr? Wie oft verlasst ihr Euch auf Eure Augen?

Zeit: variiert noch auf meinen Uhren
Zustand: helfend.
Anlass: wunderte mich über Stolz im Schickimicki-Puff des Lebens

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